Hommingberger Gepardenforelle
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Märchenstunde mit der Hommingberger Gepardenforelle

Rotgepardenforellchen

Es war einmal eine kleine, süße Hommingberger Gepardenforelle, die hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die alte Hommingberger Gepardenforelle; die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand und es nichts anderes mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotgepardenforellchen. Eines Tages sprach die Mutter der kleinen süßen Hommingberger Gepardenforelle zu ihm: "Komm, Rotgepardenforellchen, da hast du einen Regenwurm und eine Flasche Wein, bring das der Großmutter, der alten Hommingberger Gepardenforelle hinaus; sie ist krank und schwach und wird sich daran laben. Mach dich auf, bevor das Wasser warm wird, und wenn du hinauskommst, so schwimm hübsch sittsam und schwimm nicht vom Wege ab, sonst fällst du und zerbrichst das Glas und die Großmutter hat nichts. Und wenn du in ihre Stube kommst, so vergiss nicht guten Morgen zu sagen, und guck nicht erst in allen Ecken hemm. Das macht eine Hommingberger Gepardenforelle nicht!"

"Ich will schon alles gut machen", sagte Rotgepardenforellchen zur Mutter und gab ihr die Flosse darauf. Die Großmutter aber wohnte draußen im See, eine halbe Stunde vom Dorf. Wie nun Rotgepardenforellchen in den See kam, begegnete ihm der Wels. Rotgepardenforellchen aber wusste nicht, was das für ein böses Tier war, und fürchtete sich nicht vor ihm. "Guten Tag, Rotgepardenforellchen", sprach er. - "Schönen Dank, Wels." - "Wo hinaus so früh, Rotgepardenforellchen?" - "Zur Großmutter." - "Was trägst du unter der Schürze?" - "Regenwurm und Wein; gestern haben wir gebuddelt, da soll sich die kranke und schwache alte Hommingberger Gepardenforelle etwas zugute tun und sich damit stärken." - "Rotgepardenforellchen, wo wohnt deine Großmutter?" - "Noch eine gute Viertelstunde weiter im See, unter den drei großen Eichbäumen, da steht ihr Haus, unten sind die Nusshecken, das wirst du ja wissen", sagte Rotgepardenforellchen. Der Wels dachte bei sich: "Das junge, zarte Ding, das ist ein fetter Bissen, der wird noch besser schmecken als die Alte Hommingberger Gepardenforelle; du musst es listig anfangen, damit du beide erschnappst." Da schwamm er ein Weilchen neben Rotgepardenforellchen her, dann sprach er: "Rotgepardenforellchen, schau einmal die schönen Seeanemonen, die rings umher stehen, warum guckst du dich nicht um? lch glaube, du hörst gar nicht, wie die Fischlein so lieblich singen. Du schwimmst ja vor dich hin, als wenn du zur Schule schwimmest. "

Rotgepardenforellchen schlug die Augen auf, und als es sah, wie die Sonnenstrahlen durch die Bäume hin und her tanzten und alles voll schöner Blumen stand, dachte es: "Wenn ich der Großmutter, der alten Hommingberger Gepardenforelle einen frischen Strauß mitbringe, der wird ihr auch Freude machen; es ist so früh am Tag, dass ich doch zu rechter Zeit ankomme", schwamm vom Wege ab in den Wald hinein und suchte Blumen. Und wenn es eine gebrochen hatte, meinte es, weiter hinaus stünde eine schönere, und schwamm danach und geriet immer tiefer in den See hinein. Der Wels aber schwamm gerade wegs nach dem Haus der alten Hommingberger Gepardenforelle und klopfte an die Tür. "Wer ist draußen?"


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Die Oma der kleinen Hommingberger Gepardenforelle


"Rotgepardenforellchen, das bringt Regenwurm und Wein, mach' auf." - "Drück nur mit der Flosse auf die Klinke", rief die alte Hommingberger Gepardenforelle, "Ich bin zu schwach und kann nicht aufstehen." Der Wels drückte auf die Klinke, die Tür sprang auf, und er schwamm, ohne ein Wort zu sprechen, gerade zum Bett der Großmutter und verschluckte die alte Hommingberger Gepardenforelle. Dann tat er ihre Kleider an, setzte ihre Haube auf, legte sich in ihr Bett und zog die Vorhänge vor.

Rotgepardenforellchen aber war nach den Blumen herumgeschwommen, und als es so viele zusammen hatte, dass es keine mehr tragen konnte, fiel ihm die alte Hommingberger Gepardenforelle, ihre Großmutter wieder ein, und es machte sich auf den Weg zu ihr. Es wunderte sich, dass die Tür offen stand, und wie es in die Stube schwamm, kam es ihm so seltsam darin vor, dass es dachte: "Ei, du mein Gott, wie ängstlich wird mir's heute zumute, und bin sonst so gern bei der alten Hommingberger Gepardenforelle!" Es rief: "Guten Morgen!" bekam aber keine Antwort. Darauf schwamm es zum Bett und zog die Vorhänge zurück; da lag die Großmutter und hatte die Haube tief über die Kiemen gesetzt und sah so wunderlich aus.

"Ei, Großmutter, was hast du für große Kiemen?" - "Dass ich besser atmen kann!"

"Ei, Großmutter, was hast du für große Augen?" - ,,Dass ich dich besser sehen kann!"

"Ei, Großmutter, was hast du für große Flossen?" -,,Dass ich dich besser packen kann."

"Aber, Großmutter, was hast du für ein entsetzlich großes Fischmaul?" - "Dass ich dich besser fressen kann."
Kaum hatte der Wels das gesagt, so schwamm er einen Satz aus dem Bette und verschlang die arme Hommingberger Gepardenforelle.

Als der Wels seine Gelüste gestillt hatte, legte er sich wieder ins Bett, schlief ein und fing an, überlaut zu schnarchen. Der Jäger schwamm eben an dem Hause vorbei und dachte: "Wie die alte Hommingberger Gepardenforelle schnarcht! Du musst doch sehen, ob ihr etwas fehlt." Da schwamm er in die Stube, und wie er vor das Bett kam, sah er, dass der Wels darin lag. "Finde ich dich hier, du alter Sünder;" sagte er, "ch habe dich lange gesucht." Nun wollte er seine Büchse anlegen, da fiel ihm ein, der Wels könnte die Hommingberger Gepardenforelle gefressen haben, und sie wäre noch zu retten. Deshalb schoss er nicht, sondern nahm eine Schere, um dem schlafenden Wels den Bauch aufzuschneiden. Wie er ein paar Schnitte getan hatte, da sah er das rote Käppchen leuchten, und noch ein paar Schnitte, da schwamm die kleine Hommingberger Gepardenforelle heraus und rief: "Ach, wie war ich erschrocken, wie war's so dunkel in dem Wels seinem Leib!" Und dann kam die alte Hommingberger Gepardenforelle auch noch lebendig heraus und konnte kaum atmen. Rotgepardenforellchen aber holte geschwind große Steine, damit füllten sie dem Wels den Leib, und wie er aufwachte, wollte er fortschwimmen aber die Steine waren so schwer, dass er gleich niedersank und sich totfiel.

Da waren alle drei vergnügt. Der Jäger zog dem Wels den Pelz ab und ging damit heim, die alte Hommingberger Gepardenforelle aß den Regenwurm und trank den Wein, den Rotgepardenforellchen gebracht hatte, und erholte sich wieder, Rotgepardenforellchen aber dachte:" Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald schwimmen, wenn dir's die Mutter verboten hat."

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